Etwas über drei Monate ist es her, als mein Beitrag zum Thema „Digital Detox! Lass es uns probieren“ online ging. Ab diesem Moment startete ich meinen Selbstversuch, gezielter und effektiver mit den digitalen Medien und dem Worldwideweb umzugehen. Ob es mir gelungen ist? Im nachfolgenden Text teile ich meine Erfahrungen und ein paar persönliche Digital Detox Tipps GEGEN die Handysucht mit euch :)

Es braucht immer eine Weile und ja, auch etwas Selbstreflektion, bis man erkennt, dass gewisse Dinge im eigenen Leben vielleicht gerade etwas Überhand nehmen und man weit entfernt vom „guten Mittelweg“ ist. Schon vor meinem Entschluss, endlich etwas zu ändern, machte ich mir so meine Gedanken und beobachtete zusätzlich Freunde und Bekannte in meinem Umkreis, wie sich ihr Smartphone-Verhalten äußerte.

Teilweise wurde ich dabei sogar noch mehr abgeschreckt (es gibt immer jemanden, der extremer ist als du!) oder auch vom vorbildlichen Konsum überrascht, den ich mir selbst als Ziel setzte.

Das Ergebnis meiner Beobachtungen fiel am Ende dabei immer gleich aus: derjenige, der bewusster mit den digitalen Medien umging, sich in Gesellschaft an Gesprächen beteiligte oder einfach nur den Moment im Hier und Jetzt genoss, wirkte definitiv entspannter und zufriedener.

Und ist es nicht das, was wir wollen? Mehr entspannten und stressfreien Raum für mehr wertvolle Lebenszeit!? Ohne dabei den Spaß an den digitalen Medien zu verlieren?!

In den letzten Wochen hat sich mein Konsumverhalten stark verändert. Ich nehme mir gezieltere „Auszeiten“, setze mich nicht mehr allzu sehr unter Druck und habe weniger Bedenken, etwas zu verpassen.

Ich denke, es hat nach einem längeren gedanklichen Prozess „Klick“ gemacht. „Klick“ zum „Ja, ich will!“ und „Klick“ zum „Mir geht es so viel besser!“.

Mit welchen kleinen, für mich persönlich jedoch sehr effektiven Tricks ich mich im digitalen Gebrauch wohler und organisierter fühle, habe ich euch nachfolgen anhand von einigen Beispielen zusammengefasst:

Digital Detox Tipps

 

1. Auf der Suche nach dem WLAN!

Wer kennt es nicht?! Kaum verlässt man die Homezone, zeigt das Datenvolumen auf dem Handy schon wieder Warnstufe Rot an. Betrat ich früher ein Restaurant oder ein Hotel, war daher meine allererste Frage „Wie ist denn euer WLAN-Password?“. Gab es keinen Internetzugang, hatte ich sofort Stress und suchte nach anderen Möglichkeiten, um schnellstmöglich online zu sein. Der Nachteil: dieser Stress hielt mich vom eigentlichen Geschehen vor Ort ab und blockierte mich emotional.

Da sich in meinem Job oft berufliche und private Anlässe überschneiden, selektiere ich im Vorfeld ganz genau: reicht es, wenn ich Bilder und Videos später online stelle oder sollte es live und zeitnah geschehen?

Im Prinzip ist hier die richtige Vorbereitung und innere Einstellung die Lösung. Ist es ein Job, für den ich parat sein möchte oder bin ich privat unterwegs, so dass ich mein Handy auch mal länger in der Tasche lassen kann?

Um mich nicht zu stressen, nehme ich zwar hin und wieder Videos und Fotos mit meinem Smartphone auf – stelle sie jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn ich mich komplett darauf konzentrieren kann, online. Aufgenommene Videos und Bilder der letzten 24 Stunden können bspw. in den Instagram-Stories verwendet werden. Diese Option nutze ich super gerne, da sie mir mehr Spielraum gibt, mich im aktuellen Moment nicht zerteilen zu müssen.

2. Beschäftigung ohne Internet

Im Hier und Jetzt zu leben, fällt uns mittlerweile immer schwerer. Und sind wir mal ohne Handy unterwegs, fühlt es sich fast so an, als würde uns ein wichtiges Körperteil fehlen. Die Kunst, auch diesen, sagen wir mal „Zustand“ zu genießen, besteht darin, in dieser Zeit Dinge zu tun, die man gerne macht und keinen Raum für digitalen Zeitvertreib lassen. Das kann bspw. ein Mannschaftsport sein oder eine Runde Joggen. Meine persönlichen Time-Outs sind tägliche Spaziergänge mit meinem Hund an der frischen Luft, bei denen ich die Ruhe genieße und mal nichts anderes mache, als im Moment zu leben.

3. Handy-Free-Zone

Zugegeben, hin und wieder landet mein Handy am Abend schon auch im Schlafzimmer. Speziell dann, wenn ich unbedingt noch etwas recherchieren möchte. Ansonsten bleiben unsere Smartphones grundsätzlich außerhalb des Schlafzimmers. Denn sind wir mal ehrlich, das befreit nicht nur, sondern sorgt auch für einen entspannteren Schlaf.

4. Gruppenchats / Push-Mitteilungen aus!

So praktisch Gruppenchats sein können, umso nerviger können sie auch werden. Nicht jedes Smiley eines anderen Teilnehmers muss dabei sofort gecheckt oder gar darauf geantwortet werden. Auch Push-Mitteilungen über das neueste Kommentar auf Instagram sind völlig überflüssig und verleiten nur zum wiederholten Nachschauen in der App. Hier gibt es zum Glück die Möglichkeit, beides zu deaktivieren.

5. Flugmodus ein!

Früher habe ich den Flugmodus wirklich nur eingeschaltet, wenn ich tatsächlich im Flugzeug saß. Mittlerweile nutze ich diese Option auch sehr gerne, wenn ich bspw. bei einer Massage bin oder ein Vollbad nehme. Beides macht man sowieso viel zu selten, dann sollte man dabei wenigstens nicht abgelenkt und aus der Entspannungsphase geholt werden. Das Gute daran: Anrufe, Nachrichten etc. gehen nicht verloren und können auch noch im Anschluss geprüft werden.

6. Morgendliche Rituale

Der erste Griff am Morgen geht bei vielen von uns direkt zum Handy, um zu schauen, ob Messages, Emails, Likes oder Kommentare eingetrudelt sind. Dabei kann man sich schnell im aktuellen Social Media Feed verlieren und minutenlang die neueste Timeline aufsaugen, von der man am Ende nicht wirklich viel hat. Wesentlich frischer und klarer starte ich persönlich in den Tag, wenn ich als erstes frühstücke und erst danach zu meinem Handy greife. Vor Kurzem ist mir dieser „neue“ Ablauf aus Versehen passiert und ich hätte nicht gedacht, dass er meinen Tag so stark positiv beeinflussen würde.

7. Keine Social Medias

Vielleicht ist es dem ein oder anderen sogar schon aufgefallen?! An den meisten Samstagen hört und sieht man relativ wenig von mir auf meinem Instagram- und Facebook-Account und auch meine Whatsapp bleibt relativ ruhig. Anfangs war es zugegebenermaßen eine Überwindung für mich, die sich am Ende jedoch absolut ausgezahlt hat und richtig gut tut.

Mit diesen Digital Detox Tipps habe ich nicht nur das Gefühl, meinen Konsum besser im Griff zu haben, ich bin zusätzlich ausgeglichener und weniger gestresst. Zudem nutze ich die Zeit mit meinen Mitmenschen im echten Leben intensiver und bin gleichzeitig effektiver im Gebrauch mit den digitalen Medien.

Ich hätte selbst nicht gedacht, dass diese „kleinen“ Änderungen meiner Gewohnheiten so viel bewirken können und bin froh, diesen Weg für mich gefunden zu haben.

Wie sieht es bei euch aus, geht es euch ähnlich wie mir? Vielleicht habt ihr sogar noch weitere hilfreiche Digital Detox Tipps auf Lager?

Ich bin gespannt auf euer Feedback und wünsche euch schon jetzt einen super Start in die neue Woche.

Euer Julchen ♥

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