Der Besuch einer Fashion Week scheint immer wieder auf´s Neue für ordentlich Gesprächsstoff zu sorgen. Egal, ob es sich dabei um die Modewoche in Berlin, New York oder in Paris dreht – es gibt leider ständig etwas zu tuscheln oder zu kritisieren. Heute möchte ich ganz klar Stellung beziehen und mit einem kursierenden Vorurteil, besonders gegenüber Bloggern und Influencern aufräumen.

Ich kann nur schlecht mit Ungerechtigkeit umgehen. Vor allem dann nicht, wenn mal wieder die Arbeit des Bloggers in Frage gestellt wird und ich auf absolutes Nichtverständnis des noch jungen Berufszweiges stoße, das doch speziell in der Mode-Branche mittlerweile vorhanden sein sollte.

Erst neulich kam ich durch Zufall im Gespräch mit einer Bekannten auf eine Fashion Show zu sprechen. Anscheinend hatte ich ein Reizthema getroffen, denn plötzlich ließ sie sich ausschweifend darüber aus, dass sich besonders Blogger und Influencer den Modemachern gegenüber äußerst respektlos verhalten würden.

„Schließlich wird in den ersten Reihen nur noch auf Handys getickert und die Mode steht an zweiter Stelle.“

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Klar, dass ich dieses Statement so nicht stehen lassen konnte:

Das Bloggen besteht u.a. darin, andere Menschen, die ähnliche Interessen teilen, mit eigenen Erfahrungen und Erlebnissen zu bereichern, sie damit zu inspirieren und sie vor allem an verschiedenen Ereignissen wie z.B. einer Fashion Show, teilhaben zu lassen. Dazu gehört u.a. Live-Videos mit seinen Lesern und Followern zu sharen oder gute Foto-Aufnahmen der präsentierten Kollektion in den Kasten zu bekommen, was oft gar nicht so einfach ist.

Jeder Bloggerin ist es durchaus bewusst, dass sie nicht grundlos als Gast in dieser Show sitzt, sondern weil sie bspw. einen Modeblog und die dazugehörigen Social Media Kanäle betreibt und damit eine gewisse Masse an Menschen erreicht. PR-Agenturen, welche sich um die Akkreditierung dieser Veranstaltungen kümmern, erhoffen sich logischerweise vom Besuch eines Bloggers/Influencers eine Berichterstattung bspw. in Form von Videos, Bildern oder Texten.

Die meisten Blogger verwenden dafür nicht das im Anschluss zur Verfügung gestellte Bildmaterial der Presse-Fotografen, sondern ihre eigenen Aufnahmen – was meiner Meinung nach Persönlichkeit und Individualität ausmacht.

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Persönlich habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Leser und Follower up do date zu halten und arbeite sogar live während einer Fashion Show. Man mag es nicht glauben, auch wenn es von außen vielleicht lockerflockig und auf manche leider sogar desinteressiert wirkt. Natürlich wäre es auch für mich wesentlich entspannter, das Handy aus der Hand zu legen, um einfach nur die Show zu genießen. Doch viel mehr überwiegt der Drang, euch an meiner Leidenschaft zur Mode teilhaben zu lassen, euch etwas Neues bieten zu können und dem Designer somit zusätzlich meine Dankbarkeit zu zeigen.

Ich bin mir relativ sicher, dass es keinen Modemacher da draußen gibt, der sich nicht über eine ernst gemeinte Promotion seiner modischen Werke freut, sei es durch einen Live-Stream, eine Vertaggung auf Instagram oder ein tolles Foto auf Facebook. Zudem ist es eine Wertschätzung, die ganz klar verdeutlicht, sich mit der Mode identifizieren zu können. So viel zum Thema mangelnder Respekt von Bloggern und Influencern!

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Welches Erlebnis mich jedoch überhaupt erst zu diesem Artikel bewegte, fand kürzlich in Paris statt:

Während wir auf den Startschuss der Fashion Show warteten und ich mein Handy schon aufnahmebereit in der Hand hielt, setzte sich eine Redakteurin eines deutschen Modemagazins neben mich.

Als die Show begann und sich mein Kopf von links nach rechts drehte, um die neue Kollektion zu begutachten, konnte ich gar nicht anders, als auf ihr Handy zu starren. Sie hielt es hoch in die Luft und zoomte eine junge, hübsche Bloggerin aus der gegenüberliegenden Reihe auf ihr Display, welche die Show natürlich mit ihrem Smartphone verfolgte. Dazu schrieb sie provokant in ihren Snap:

„How to watch a show NOT!“

What?! Im Ernst?! Kurz überlegte ich, ob ich meine Sitznachbarin nicht auf ihre durch und durch gehaltvolle „Video-Story“ (Vorsicht Ironie!) ansprechen sollte und ob SIE denn selbst überhaupt irgendetwas von der Show mitbekommen hätte. Dies war einer der typischen Momente, in denen man im Nachhinein erst schlauer ist und die passenden Sätze zu spät sprudelten.

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Anscheinend sind wirklich einige Menschen der Ansicht, dass ein Handy in der heutigen digitalisierten Zeit nichts in einer Fashion Show verloren hat und erst recht nicht in den ersten Reihen. Kann das nicht jeder für sich selbst entscheiden?! Was ist aus „Leben und leben lassen“ geworden?!

Auch wenn diese Ereignisse für den ein oder anderen ziemlich banal klingen mögen, greifen mich diese absolut vorurteilbehafteten Aussagen an und ich habe das Gefühl, meine, sowie die Arbeit meiner Blogger-Kollegen rechtfertigen zu müssen.

Ich wünsche mir für die Zukunft mehr Toleranz, weniger Vorurteile und vor allem, dass die Arbeit von Bloggern mehr gewertschätzt bzw. verstanden wird!

In diesem Sinne möchte ich auf meinen Artikel „Vom Fashion Week Zirkus & Wichtigtuern“ hinweisen, der u.a. davon handelt, sich mehr auf sich und weniger auf andere zu konzentrieren.

Wie steht ihr zu dieser Thematik?

Euer Julchen ♥

PS: Diesen süßen Look mit komplettem Monkey-Print von Talbot Runhof habe ich aus Paris für euch mitgebracht und hoffe, er weckt genauso starke Frühlingsgefühle in euch, wie in mir :)

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