Wurde ich noch vor einigen Monaten nach unserer zukünftigen „Familienplanung“ gefragt, antwortete ich stets mit dem gleichen Satz: „Irgendwann bestimmt, nur nicht gerade jetzt.“ Dass ich diese Worte bereits mehrere Jahre in Folge auf Nachfragen im Familien- und Freundeskreis wählte, wurde mir erst jetzt im Nachhinein bewusst. Irgendwie gibt es doch immer einen mehr oder weniger relevanten Grund, warum der Zeitpunkt nicht passend und die persönlichen Gegebenheiten nicht optimal zu sein scheinen. Heute, knapp 6 Wochen nach der Geburt unserer kleinen Tochter, nehme ich alles zurück.

Damals & Heute

Seitdem ich denken kann, haben mich Hunde- und Katzenwelpen mehr interessiert als kleine Babys. Ich war nicht eines dieser Mädchen, die ihre Puppen im Kinderwagen umherschoben und sie liebevoll betuddelten. Ich war eher dieses Mädchen, dass mit ihrem Plüschhund auf dem Arm durch die Nachbarschaft lief und so tat, als wäre er echt.

Beim Anblick frisch geborener Babys bekam ich nicht sofort eine Piepsstimme und rastete auch nicht völlig aus. Dennoch wusste ich schon früh, dass ich irgendwann einmal Kinder bekommen möchte. Ich hatte nur noch auf etwas gewartet. So etwas wie ein Gefühl des „Bereitseins“ oder das Aufkommen des tiefen inneren Wunsches, den bspw. andere Frauen verspürten.

Wenn man sich nicht besonders für eine bestimmte Sache interessiert, nimmt man sie im Alltag auch nicht sonderlich wahr. Ein gutes Beispiel ist hierfür die Zeit der Schwangerschaft, in der man meint, überall nur noch Babybellys und Kinderwagen zu sehen. Zuvor hingegen traf man gefühlt nur selten auf werdende Mamas.

Ein gewaltiger Abturner

Man wird jedoch „ungewollt“ auf etwas aufmerksam, wenn es laut und sogar störend wirkt. Ehrlicherweise erging es mir genauso mit diversen Kindern und Babys, die mir im Alltag beiläufig begegneten. Ich sah nicht die vielen coolen Eltern mit ihren entspannten Kids. Ich sah die vielen genervten Eltern mit ihren schreienden Kids. Ich hatte nicht den Blick für die schönen und ruhigen Momente, den ich vielleicht heute habe und ja, die Negativ-Variante war ein gewaltiger Abturner für mich. Da half auch der Gedanke nicht, dass es mit dem eigenen Kind sicher anders werden würde.

Selbständig & Kind?!

Hinzu kam die Sorge um den Job. Als Selbständige im geführten Einzelunternehmen überlegt man sich bestimmt noch einmal 10-mal mehr, wie die Zukunft mit Kind aussehen soll. Besonders in meinem Bereich als Bloggerin, in dem man als Protagonist im eigentlichen Fokus steht. Momentan gibt es leider noch wenige hauptberufliche Blogger-Girls, die zeigen, dass es auch mit Kind funktionieren kann.

Als wir erfuhren, dass wir Nachwuchs erwarten, waren wir überglücklich. Ich wusste, dass wir als Team, zu dem wir in den letzten Jahren herangewachsen sind, alles schaffen werden und genau dieser ganz wichtige und entscheidende Punkt ließ mich gelassen und zuversichtlich bleiben.

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Nach einer schönen Schwangerschaft und bereits 6 Wochen mit unserem neuesten Familienzuwachs möchte ich allen selbständigen und zukünftigen Future-Mummys Mut zusprechen: es ist zu schaffen!  Und das sogar mit jeder Menge Freude, Motivation und vor allem mit viel Liebe für sein Kind und Leidenschaft zum Job.

Prioritätensetzung

Natürlich gibt es auch allerhand grenzwertige Stress-Situationen, die unbedingt Vorbereitung und Organisation benötigen, um den neuen Alltag unter einen Hut zu bekommen. Neue Prioritäten müssen gesetzt werden und manchmal muss man trotzdem lernen, einen Gang runterzufahren – was bisher nicht zu meinen Stärken zählte.

Persönlich habe ich mir die schlimmsten Szenarien ausgemalt: ein non-stopp schreiendes Kind, schlaflose Nächte im Dauertakt, null-komma-null Zeit mehr für mich und auch kaum noch Raum für meinen Blog.

Am Ende ist all das jedoch nicht entscheidend und selbst wenn es genauso wäre, wie ursprünglich befürchtet, ist die Liebe zum eigenen Kind tausendfach stärker als jede noch so vermeintlich große Herausforderung.

Ich nehme alles zurück

Neulich sagte ich zu meiner Hebamme, dass ich schon viel eher ein Kind bekommen hätte, wenn mir doch nur jemand gesagt hätte, wie wunderschön es sein kann. Daraufhin antwortete sie mir: „Das wurde dir bestimmt sehr oft gesagt, du hast es nur nicht wahrgenommen.“ Damit hat sie vollkommen Recht. Ich nehme alles zurück, was ich über das „Kinder-haben“ dachte!

Die eigene Mutterliebe ist das größte und intensivste Gefühl, das ich jemals verspürt habe. Doch woher sollte man dies wissen, wenn man es zuvor nicht kannte.

Allen Mädels, die ganz ähnliche Gedanken haben, hoffe ich, mit diesem Artikel vielleicht auch eine neue positive Sichtweise geben zu können :)

Lasst mich gerne an euren Gedanken zu diesem Thema teilhaben. Ich freue mich auf eure Meinungen.

Euer Julchen ♥

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