Das tägliche Checken meines Email-Postfachs ist in etwa vergleichbar mit dem Öffnen einer kleinen Wundertüte, bei der du nie weißt was dich als nächstes erwartet. Eine Achterbahn der Gefühle, bei der rasante Stopps von „Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt“ dazu gehören. Aus diesem Grund möchte ich heute über das Thema „Zwischen Ausbeutung und Ernsthaftigkeit“ berichten.

Besonders PR-Agenturen, die diverse Marken und Labels betreuen und somit auch häufig für das Marketing der jeweiligen Brands zuständig sind, finden immer mehr Gefallen an dem Medium „Blog“ und dessen potentieller Leserschaft. Über die Reichweite eines Blogs und dessen Social Media Channels kann ein Produkt authentisch und klar am Markt platziert werden, somit an Aufmerksamkeit und Bekanntheitsgrad gewinnen und im besten Fall die Kaufbereitschaft angekurbelt werden.

Die populärsten Werbemaßnahmen, die mir auf Anhieb einfallen, sind bspw. TV-Spots, Print-Anzeigen oder riesige Plakate, welche an Orten platziert werden, an denen täglich Menschenmassen vorbeiziehen. Was haben all diese Medienkanäle gemeinsam? Exakt, sie erreichen viele Menschen und kosten einen ganzen Batzen Money. Money, welche die Brands für den erhofften Erfolg gerne bereit sind zu zahlen.

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Und obwohl viele Blogger, Influencer und Instagrammer in Deutschland mittlerweile anhand ihrer Reichweite mit den Auflagenzahlen diverser deutscher Magazine mithalten können, wird hierbei leider immer noch mit zweierlei Maß gemessen.

Damit beziehe ich mich nicht nur auf die biggest Blogger national, sondern auf all diejenigen, die genauso viel Zeit, Arbeit und Herzblut in ihren Blog stecken und sich eine treue und stetig wachsende Leserschaft erarbeitet haben.

Wichtige Aspekte wie Leidenschaft, Persönlichkeit, Kreativität und Authentizität machen das Betreiben eines Blogs erst aus und lassen ihn echt und lebendig werden, wobei der finanzielle  Erfolg niemals in den Vordergrund rücken sollte. Dennoch ist es wichtig, seinen Marktwert zu kennen und sich von Agenturen, Marken und Brands nicht ausnutzen zu lassen – ganz egal, ob man Teilzeit oder Vollzeit bloggt.

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Immer wieder bekomme ich Kooperationsanfragen, bei denen mir die Worte fehlen und kurzweilig der Blutdruck steigt. Stark begeistert bin ich bspw. von Mail Chimp Rundmails, in denen einfach nur dein Name gegen einen anderen ersetzt wurde und dein „ach so individueller Blog“ in den höchsten Tönen gelobt wird. Als Deal wird dir ein T-Shirt angeboten, wofür du bitte einen exklusiven Blogpost mit Verlinkung zum jeweiligen Online-Shop und einen Social Media Teaser veröffentlichen sollst.

Ernsthaft?! Aus PR-Sicht kann ich es sogar ein Stück weit verstehen, dass der größtmögliche Nutzen bei geringstem Aufwand für den Kunden erzielt werden sollte. Meiner Meinung nach ist diese Art von Strategie jedoch absolut kurzfristig gedacht und nicht erfolgsversprechend, da sich aufgrund der fehlenden Wertschätzung keine ordentliche Geschäftsbeziehung entwickeln kann.

Diese Vorgehensweise funktioniert leider sogar bei manchen Bloggern und auch ich muss gestehen, am Anfang meines Blog-Daseins teilweise darauf eingegangen zu sein. Als Fashionblogger steht man ständig unter Druck, seinen Lesern die neueste Mode und die angesagtesten Trends zu präsentieren, was mitunter sicher ein irrtümlicher Grund dafür ist, diese Kooperationen einzugehen. Es geht jedoch auch anders! Es muss nicht immer alles „neu“ sein. Geht es beim Bloggen nicht hauptsächlich um die Inspiration, die Individualität jedes Einzelnen und um das, was man daraus macht?

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Glücklicherweise gibt es auf der anderen Seite viele professionelle Agenturen, die sich vorab genau mit dir, deinem Blog und deiner Bildsprache beschäftigt haben und daher einschätzen können, ob du zu ihrer  Kampagne passen könntest. Dabei ist ihnen durchaus bewusst, dass das Erstellen eines hochwertigen Blogposts sehr viel Arbeit bedeutet und dies im Rahmen einer Zusammenarbeit auch entlohnt werden sollte.

Auf dieser Ebene kann eine komplett transparente und ernsthafte Geschäftsbeziehung entstehen (vorausgesetzt, auch ich kann mich mit der Marke identifizieren), die gleich doppelt so viel Spaß mit sich bringt, langfristig in guter Erinnerung bleibt und auch für beide Seiten eine faire Win-Win-Situation darstellt.

Ich würde mir von manchen Partnern wünschen, dass sie sich dem Thema „Blogger-Relations“ intensiver widmen und von manchen Bloggern, dass wir gemeinsam stärker an einem Strang ziehen und uns nicht unter Wert verkaufen. Dafür stecken wir alle zu viel Herzblut und Energie in unsere kleinen und großen Blog-Babys :)

Wie steht ihr zu diesem Thema?

Euer Julchen ♥