Heute möchte ich euch von einer Begegnung erzählen, die sich während meiner Schwangerschaft zugetragen hat und ich schon längst mit euch teilen wollte. Doch manchmal brauchen Dinge Zeit bis sie reifen, sich entwickeln und gedanklich abgeschlossen sind. Vor allem aber möchte ich mich bei euch entschuldigen. Für mein unbedachtes Handeln und gedankenloses Konsumverhalten.

Eine seltsame Begegnung

Als ich im achten Monat schwanger war, besuchte ich einen Obstladen in der Nähe, um mich mit frischen und gesunden Früchten auszustatten. Ich hatte nicht wie üblich meine Stoffeinkaufstasche dabei, so dass der ältere Herr an der Kasse selbstverständlich eine Plastiktüte hervorzog, um das Obst einzupacken. Ich fragte ihn, ob er alternativ eine Papiertüte für mich hätte. Daraufhin schaute er mich mit großen Augen an und entgegnete mir schon fast vorwurfsvoll mit einem verwunderten „Warum?“. Ein wenig perplex und in der Annahme, niemandem erklären zu müssen, warum ich statt Plastik lieber auf Papier zurückgreifen möchte, rechtfertigte ich mich empört vor diesem sturen Greis.

(Memo: Leg´ dich niemals mit einer Schwangeren an!)

Er sagte mir mit einem selbstherrlichen Lachen, dass wir beide eine Umweltkatastrophe ganz sicher nicht mehr erleben werden und ich alleine sowieso nichts ausrichten könnte. Das Schlimme daran ist, dass ich die gnadenlos ehrlichen Worte des Mannes zum Teil nachvollziehen konnte und mich selbst in ihnen widerfand. Vor einigen Jahren dachte ich leider noch ähnlich und glaubte nicht daran, allein etwas bewirken zu können.

Ein schlagfertiges Argument

Als schlagfertiges Argument zeigte ich auf meinen riesigen Babybauch und sagte ihm, dass ich dabei nicht nur an das Heute, sondern besonders an das Morgen denke. Daran, dass mein Kind und später vielleicht auch einmal ihre Kinder noch etwas von unserer wunderschönen Erde haben und möglichst sorgenfrei leben sollen – selbst, wenn ich eines Tages nicht mehr da sein kann. Ein Wunsch, den jede Mutter tief in sich trägt.

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Ich hoffe, dass der alte Mann unsere Diskussion im Nachgang Revue passieren ließ und den Gebrauch von Plastiktüten doch noch einmal überdachte. Den Obstladen besuchte ich seitdem nie wieder. Entscheidend dabei ist jedoch, und das konnte ich aus dieser absurden Begegnung für mich mitnehmen, dass sie mein weiteres Konsum-Verhalten wesentlich beeinflusste. Nicht nur, was den Umgang mit umweltbelastenden Verpackungen anging, sondern auch das Verwenden von Kosmetik-Produkten in meinem Alltag.

Für mein Kind – Bewusster Leben & nachhaltiger Handeln

In meiner Schwangerschaft begann ich bereits damit, intensiver darauf zu achten, welche Cremes, Shampoos, Kosmetika etc. ich anwendete, die nicht nur auf meinen, sondern auch auf den Organismus meines Kindes gesundheitliche Auswirkungen haben könnten.

Mit diesem Thema setzte ich mich mit der Zeit stärker auseinander, besonders, als das Stillen präsenter wurde. Schließlich wird all das, was ich zu mir nehme, esse oder auf meine Haut gebe, durch die Muttermilch an mein Baby übertragen. Als Mama möchte ich nur das Beste für mein Kind und es so gut es geht vor jeglichen negativen Einflüssen schützen. Aus diesem Grund fing ich an, zu recherchieren und mich ausführlich mit verschiedensten Produkten auseinanderzusetzen.

Verbraucher-Tipp „Code Check“

Dabei stieß ich auf die hilfreiche Gesundheits-App „CodeCheck“, die mir in wenigen Sekunden aufzeigt, welche Inhaltsstoffe in einem Produkt enthalten sind und ob diese bedenklich bzw. unbedenklich für den menschlichen Körper sind. Zusätzlich werden Produktalternativen, Erfahrungswerte und hilfreiche Artikel vorgeschlagen, die aufklären und bei der Entscheidung unterstützen.

Es dauerte ganze zwei Tage, um unseren kompletten Beauty-Fundus für´s Erste umzurüsten. Ich bin noch immer schockiert darüber, was ich mir jahrelang stumpf auf die Haut schmierte, ohne einmal genauer darüber nachzudenken, was genau enthalten ist, wo es herkommt und wie es hergestellt wird.

Ich könnte mich dafür ohrfeigen, etliche Kosmetik-Marken blind mit meinem Konsum unterstützt zu haben, die keinen Halt vor Tierversuchen machen und zudem gesundheitsschädliche, sogar krebserregende Auswirkungen in Kauf nehmen. Und das nur, weil Beauty-Label XY ein vermeintlich gutes Image hat, von Hollywood-Stars beworben wird und womöglich noch im hochpreisigen Segment liegt. Dann kann es ja nur gut sein!

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Ich muss mich bei euch entschuldigen!

Aus diesem Grund möchte ich mich bei euch entschuldigen! Dafür, dass ich in der Vergangenheit teilweise gedankenlos Empfehlungen ausgesprochen und dabei meine Reichweite auf dem Blog oder meinen Social Media Kanälen genutzt habe, ohne dabei intensiver hinter die Kulissen zu blicken. Es ist das Letzte was ich möchte: Firmen unterstützen, die auf Kosten von Mensch und Tier die Gesundheit und Umwelt schädigen.

Es mag sein, dass es noch vor einiger Zeit keine effizienten Alternativen gab. Mittlerweile bietet der Markt etliche schonende Beauty- und auch Haushalts-Produkte (wie bspw. Putz- und Waschmittel) an, da die Nachfrage zum Glück stetig steigt. Hierbei muss es sich nicht nur um Natur-Kosmetikprodukte drehen – diverse Eigenmarken der Drogerien führen unbedenkliche Artikel (u.a. sogar aus umweltfreundlicher Verpackung), die mit dem EU Ecolabel oder dem Ecocert-Siegel versehen sind.

Doppelmoral

Als Gewohnheitstier fällt es mir nicht immer leicht, alte Marotten abzuschütteln. Ich weiß, dass hierbei noch unglaublich viel Luft nach oben ist – allein, was das Thema Kleidung oder Verpackungen von Lebensmitteln angeht. Doch es ist schon mal ein Anfang. Es braucht Zeit, um zu reifen. Es braucht einen Anstoß und eine Motivation, Gedanken in Taten umzusetzen.

Vielleicht war dieser Artikel sogar ein Anstoß für den ein oder anderen von euch, heute damit anzufangen?

Um zum Abschluss noch einmal auf den alten Obst-Verkäufer zurückzukommen: Ich bin mir sicher, dass jeder einzelne von uns bereits durch „Kleinigkeiten“ im Alltag eine Menge bewirken kann!

Euer Julchen ♥