Wenn es am schönsten ist, soll man bekanntlich gehen. Der Erinnerung wegen. Ich hatte Bali in wundervoller Erinnerung und genau aus diesem Grund Bedenken. Bedenken, es könnte sich in der Zwischenzeit verändert haben und somit meine konservierten Momente trüben. Unsere erste Woche in Canggu ist vorbei und ich bin erstaunt, was sich in den letzten 4 Jahren getan hat.

Unsere erste Woche in Canggu

Vegane Ernährung wird hier ganz groß geschrieben sowie ein neues „Umweltbewusstsein“. Plastikstrohhalme sind die Seltenheit. Dafür steht „eco-friendly“ an der Tagesordnung. Vereinzelte Hunde tragen Halsbänder und auch das Thema „Recycling“ scheint langsam Form anzunehmen. Bei Weitem noch nicht optimal, doch es scheint sich etwas zu tun und zaubert mir dadurch ein Lächeln ins Gesicht.

Canggu ist touristischer geworden. Wo vorher ein einziger Shop stand, stehen jetzt zehn. Wo zuvor nichts außer Sandstrand war, befinden sich nun zwei Beachclubs. Stylische Day-Spas, die genauso gut nach San Francisco passen könnten, reihen sich aneinander. Das Angebot an outstanding Food-Spots ist enorm und für uns eine ganz neue Erfahrung auf Reisen.

Das Feeling ist geblieben

Canggu hat sich verändert, doch das Feeling und die Magie von damals sind geblieben. Wie ein guter Freund, den man lange nicht gesehen hat, der gewachsen und trotzdem irgendwie der Alte geblieben ist.

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Dennoch tauchen viele Fragen in meinem Kopf auf. Immer mehr Investoren kaufen Land und bauen riesige Hotelkomplexe, noch mehr Shops und weitere Restaurants, wo zuvor traditionelle Reisfelder von Balinesen bewirtschaftet wurden. Das ursprüngliche Canggu ist besonders rund um die Hauptstraße „Pantai Batu Bolong“ verloren gegangen. Schaut man hinter die Häuser und in kleine Gassen, findet sich jede Menge Müll, der wohl oder übel irgendwann im Meer landen wird.

So gern ich auch hier an diesem Ort bin und das Leben genieße, möchte ich dennoch nicht die Augen verschließen. Ich möchte weiterhin den Kellner nach einem ökologisch abbaubaren Strohhalm fragen, sollte er mir eine Plastikvariante anbieten. Ich möchte weiterhin die einfachsten (und leckersten!) Garküchen unterstützen und unscheinbare Massage-Salons besuchen. Und ich werde weiterhin Müll an den Stränden einsammeln, diese Texte schreiben und somit mein persönliches Statement setzen.

Ich sende euch sonnige Grüße aus Bali.

Euer Julchen ♥