Umfragen zu Folge hat es das erste Jahr als Eltern ordentlich in sich. Es ist das Jahr, das die meisten Herausforderungen und die größte Umstellung mit sich bringt. Kein Wunder, schließlich wird das bisherige Leben komplett auf den Kopf gestellt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Schenkt man einigen Statistiken Glauben, so führen die ersten Monate mit Kind erschreckenderweise zu den häufigsten Trennungen. Eine absolute Horrorvorstellung! Rückblickend betrachtet kann ich sogar ein wenig nachvollziehen, dass daran tatsächlich etwas Wahres haftet.

„Genießt die Zeit zu zweit, so lange ihr könnt!“

Bevor das kleine Wunder auf der Welt ist, lässt das Umfeld gerne mal Sätze wie: „Schlaft noch einmal richtig aus.“ oder „Geht noch einmal in Ruhe zusammen essen. Danach ist es vorbei!“ durchklingen. Sätze, die schon ein wenig beängstigend sein können, irgendwann aber (sind wir mal ehrlich) nur noch nerven. In diesen Situationen haben wir am liebsten weggehört und darauf vertraut, dass bei uns sicher alles anders laufen wird. Natürlich! ;)

Letztendlich können im Vorfeld noch so viele Ratgeber über das Elternsein gelesen, Gespräche geführt oder Kurse besucht werden – die richtige „Vorbereitung“ beginnt tatsächlich erst, wenn der kleine Knirps endlich da ist. Und man plötzlich spürt, von einer auf die andere Sekunde, was wahre und bedingungslose Liebe wirklich bedeutet. Vergesst alles, was ihr vorher über die Liebe zu wissen dachtet. Elternliebe ist das heftigste und intensivste Gefühl, das alles andere in den Schatten stellt. Damit hatten sie auf jeden Fall Recht.

Liebe ist die Antwort

Meiner Meinung nach ist die Liebe zum eigenen Kind der Schlüssel für jegliche Herausforderungen, die das Elternsein bereithält. Jeder Mensch ist anders gestrickt, nimmt seine Umwelt unterschiedlich wahr und hat sein eigenes Tempo. Genauso wie ein Baby, dass bereits mit einem ganz eigenen Charakter und speziellen Fähigkeiten geboren wird.

Wir Eltern sind im Prinzip „nur“ dafür da, um unsere Kinder auf ihrem Weg zu begleiten. Sie dabei zu unterstützen, ihren bereits vorhandenen Charakter zu festigen und ihre gegebenen Fähigkeiten auszubauen. Sie so zu nehmen und zu lieben wie sie sind. Wir sind dafür da, um ihnen Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen zu schenken. Die wichtigsten Attribute für ein stabiles Erwachsenenleben. Damit sie sich in einer Welt voller Regeln frei entfalten und anpassen können, ohne sich dabei verbiegen zu müssen.

Vertraue auf dich!

Niemand kennt den eigenen Sprössling so gut, wie Mama und Papa. Weshalb das Vertrauen in sich selbst und auf das innere Bauchgefühl essentiell ist, um Entscheidungen treffen zu können. Für das eigene Kind, für das wir das Sprachrohr sind, solange es sich noch nicht selbst ausdrücken kann.

Es gab anfänglich Situationen, in denen ich mehr auf den Rat Außenstehender hörte, als auf meine innere Stimme, die eigentlich etwas ganz anderes sagte. Diesen Fehler oder sagen wir lieber, diese Erfahrung, wird sicherlich jede Mutter einmal sammeln. Im Nachhinein kann ich positiv zurückblicken, denn sie hat mich zusätzlich bestärkt, noch intensiver auf mich zu vertrauen. Mir Zeit zu nehmen und abzuwiegen, um das harmonische Miteinander mit meiner Tochter nicht zu stören.

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Das soll nicht bedeuten, dass andere Meinungen nicht gut sein können. Im Gegenteil, sie können sogar helfen und inspirieren. Manchmal können sie aber auch ziemlich verwirren. Den gesunden Mittelweg dabei zu finden, um nicht ins Struggeln zu geraten, ist wie so oft im Leben, selten einfach.

Das erste Jahr als Eltern

Es ist kein Geheimnis, dass das Elternsein mit dem ersten Kind eine enorme Umstellung bedeutet. Nicht nur für die Beziehung. Romantische Candle-Light-Dinner, Kino-Besuche zu zweit oder Bar-Hoppings mit Freunden fallen erst einmal komplett weg. Genauso wie die Zweisamkeit, an die eine lange Zeit erst einmal nicht zu denken ist. Selbst wenn man es sich noch vor der Geburt ganz fest vorgenommen hat. Stillen oder das Fläschchen geben bestimmen zunächst den Alltag, dicht gefolgt vom Windelwechseln (die anfangs gar nicht sooo übel riechen!) und das Baby in den Schlaf wiegen.

Für viele Eltern kommt hinzu, dass sie die schlaflosen Nächte fast um den Verstand bringen und das Konflikt-Potenzial somit extra ankurbeln. Toi toi toi, unsere kleine Maus war von Beginn an eine gute Schläferin und hat uns nur selten nachts auf Trapp gehalten. Doch wenn es mal der Fall war und wir den Tag nur gähnend, mit Tunnelblick und halb offenen Augen überstanden haben, konnten wir gar nicht oft genug betonen, wie stark doch manch andere Eltern sein müssen, bei denen dies häufiger der Fall ist.

Es ist anstrengend

Doch auch das ist keine neue Erkenntnis. Eine Erkenntnis, die vor dem Elternwerden klar ist bzw. sein sollte und eintreten kann. Es liegt auf der Hand, dass es anstrengend wird. Viele Dinge, die man vorher gerne gemacht hat, gehen nicht mehr so einfach von der Hand. Selbstverständlich sind Restaurant-Besuche, Reisen und Treffen mit Freunden weiterhin möglich. All das ist ab sofort nur mit mehr Anstrengung und Aufwand verbunden, sodass man hin und wieder doch lieber zu Hause isst, Familie und Freunde in die eigenen vier Wände einlädt und Urlaube mit kürzeren Anreisezeiten vorzieht.

Davon mal abgesehen ist selbst die Bewältigung des reinen Alltags eine Herausforderung. Für mich war es am schwierigsten zu akzeptieren, bspw. den Geschirrspüler nur halb ausgeräumt stehen zu lassen. Generell Dinge anzufangen und sie mittendrin zu unterbrechen, weil mein Kind mich in diesem Moment brauchte oder selbst mithelfen möchte.

Da hilft es nur, sich auf die folgende Frage zu besinnen: „Was ist wertvoller, als die kostbare Zeit mit meinem Kind zu verbringen? Und den Haushalt einfach mal Haushalt sein zu lassen?“ Exakt. Nichts! Wieder sind wir am Punkt „Liebe für das eigene Kind“ angelangt, durch den vermeintliche Schwierigkeiten von selbst gemeistert werden :)

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„Mit der Zeit wird es besser.“

In diesen Situationen denke ich oft an den Satz meiner Schwiegermutter: „Mit der Zeit wird es besser.“ Und sie hat Recht. Die Minis werden viel zu schnell groß, entwickeln sich weiter und werden selbständiger. Wenn wir jetzt nicht die gemeinsamen Momente so gut es geht genießen, die auf das gesamte Leben betrachtet wahnsinnig kurz ausfallen, wann dann? Ich bin mir sicher, dass wir es irgendwann bereuen würden.

Manchmal, wenn wir bei strahlendem Sonnenschein durch die Stadt fahren und die Menschen dabei beobachten, wie sie gemütlich in den Cafés sitzen und ihren Cappuccino trinken, denken wir kurz an unsere Zeit vor dem Elternsein zurück. An die Zeit, in der wir selbstbestimmt waren.

Diese Zeit war schön. Sie war wichtig, doch sie fehlt uns nicht. Denn wir hatten diese Zeit zum Glück viele viele Jahre lang. Für uns allein und seit nun mehr 10 Jahren gemeinsam. Wir sind zusammen um die halbe Welt gereist, haben gefeiert was das Zeug hält und kannten fast jedes Restaurant der Stadt. Diese Lebensphase möchten wir nicht missen und ich bin mir sicher, dass sie ein Stück weit zu unserer heutigen Gelassenheit beiträgt. Zum heutigen Gefühl, nichts verpasst zu haben.

Zufriedene Eltern sind das beste Geschenk, das man einem Kind machen kann.

Jeder Mensch ist anders aufgestellt. Für den einen ist es uninteressant, gereist zu sein und für den anderen ist der Wunsch nach einem eigenen Kind vielleicht sogar schon im Jugendalter stärker denn je. Jeder sollte dies für sich selbst herausfinden. Am Ende sind zufriedene Eltern das beste Geschenk, das man einem Kind machen kann. Egal in welcher Form, Art und Weise.

In unserem ersten Jahr als Eltern haben André und ich wahnsinnig viel gesprochen und diskutiert. Wir haben uns so oft in die Haare bekommen wie nie zuvor in unserer bisherigen Beziehung, weshalb ich heilfroh bin, dass wir bereits ein eingespieltes Team sind, dass so schnell nichts aus der Bahn wirft.

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Fehlende Zweisamkeit

Die fehlende Zweisamkeit, die anfangs ungewohnt für uns war und der neue Alltag, der sich chaotischer gestaltete als gedacht, kann definitiv zur Belastungsprobe werden. Aber auch hier sollte man nicht vergessen: es kommen auch wieder andere Tage! Freiräume können ohne Druck nach und nach geschaffen werden. Dabei reichen manchmal nur wenige Stunden zu zweit oder für sich allein, um wieder neu aufzutanken.

Selbst wenn der Tag noch so kräftezehrend war und wir abends völlig k.o. ins Bett fallen, kommt es nicht selten vor, dass wir uns vor dem Schlafengehen gegenseitig Fotos unserer Tochter zeigen und über ihre noch so kleinen Fortschritte staunen. Über ihre witzige Art, die uns zum Lachen bringt und über ihr zuckersüßes Grinsen, das jede Anstrengung sofort in Luft auflöst.

Das beste Gefühl

Trotz aller Anforderungen ist es das beste Gefühl überhaupt, wenn dein Kind seine kleinen Ärmchen um dich legt. Wenn es die Hände nach dir ausstreckt, um dir einen Kuss zu geben. Es macht dich glücklich, wenn ihm das Essen schmeckt, es die neuen Schuhe gerne trägt oder völlig begeistert mit der Holzküche spielt. Jeder Meilenstein, den es erreicht, ist bedeutender als die eigenen Befindlichkeiten.

Das herzhafte Lachen deines eigenen Kindes löst eine regelrechte Endorphin-Explosion in dir aus, von der du nicht genug bekommen kannst. Es ist das lohnenswerteste „Projekt“, an dem wir jemals mitwirken dürfen und das bereicherndste, was in unsere Hände gelegt wurde. Unsere Kinder.

Was habe ich in meinem 1. Jahr als Mutter gelernt?

In meinem ersten Jahr als Mama habe ich vor allem gelernt, intensiv auf mein Bauchgefühl zu hören, Dinge auch einmal liegen zu lassen und mehr Gelassenheit an den Tag zu legen. Es fällt mir dennoch weiterhin schwer, in den Zeiten, die mir zur freien Verfügung stehen, Prioritäten zu setzen. Es gibt so vieles, was ich gerne tun und erledigen möchte. Doch um hiermit besser umgehen zu können, habe ich auch noch im nächsten „Mama-Jahr“ genügend Gelegenheit.

An alle Mommys und Daddys vor dem Bildschirm: wie war euer erstes Jahr als Eltern? Erzählt mir liebend gerne von euren Erfahrungen und davon, was euch am meisten bewegt und geprägt hat.

Euer Julchen ♥